Asyl für Yoga – mein Charity Projekt

Projekt: Asyl für Yoga

Juli 2014 / Mein ehemaliges Mündel ist im März 18 Jahre alt geworden und wird bei BMW eine Lehre anfangen. Er war Klassenbester seines Jahrgangs und in ein paar Tagen gibt es Zeugnis. Es war eine sehr ereignisreiche Zeit für mich, mit neuen Aufgaben und Herausforderungen. Da es auch Konflikte zwischen uns zu bewerkstelligen gab, wie in jeder Beziehung, freut es mich umso mehr, dass ich immer noch Ansprechpartnerin für seine Fragen bin und er mich in seine Entscheidungen mit einbezieht.

In den letzten beiden Jahren (seit Projektstart 2011) hat sich viel getan,… die Jungs sind erwachsen geworden und flügge. Einige sind in eigene Wohnungen gezogen, haben Lehrstellen gefunden und neue Bezugspersonen, dennoch zieht es viele immer wieder in die Wohngruppen um dort gemeinsam Mittag zu essen, für ein Gespräch o.ä., also um in Kontakt zu bleiben und ein bisschen Geborgenheit zu erleben. Seit 6.September 2013 habe ich die Vormundschaft für einen der Jungs übernommen. Ich habe gemerkt wie viel Energie und Zeit es mich kostet das alles am Laufen zu halten und nun erst einmal beschlossen, mich auf die Vormundschaft vermehrt zu konzentrieren. Deshalb wird es dieses Jahr erst mal kein Charity-Event geben. Von dem gesammelten Spenden ist noch einiges Übrig, das in einen Schwimmkurs, Weihnachtsgeschenke und einen gemeinsamen Ausflug fließen soll.

Vielen lieben Dank für die vielen Helfer/innen und Unterstützer/innen. Namasté Christine

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Unser 2. Charity Yoga war am 01.12.2012 bei I-Yoga in der Waltherstraße am Goetheplatz
Michael Forbes hat uns seinen mit allem Iyengar-Hilfsmitteln ausgestatteten großen Raum zur Verfügung gestellt. Lieber Michael, vielen vielen Dank dafür.

Wir haben Mantra gesungen in liebevoller Begleitung durch Stefan mit der Ukulele,…uns ausgiebig gestreckt, gedehnt und auf den Kopf gestellt. Die Welt auch mal aus anderer Perspektive betrachten, war das Motto!
Anschließend gab es somalische Sambusas (Kartoffeltaschen) von Suubiye und Saamir sowie ein Wintersüppchen zum gemeinsamen Plausch. Vielen Dank für die Helfer: Rüdiger & Barbara für Suppenschalen und Besteck und Christine für die wunderschönen selbstgemachten Augenkissen. Meinen herzlichen Dank an alle, die vor Ort dabei waren oder sich aus der Ferne einfach an dem Projekt mit einer Spende beteiligt haben. Direkt vor Ort sind 805 Euro zusammengekommen und… zusammen mit den Überweisungen auf mein Konto sind bis jetzt insgesamt 1.105 Euro bei mir eingegangen… einige wollen sich noch nachträglich beteiligen, da sie leider nicht persönlich dabei sein konnten. Somit hoffe ich, dass es noch ein bischen mehr wird, was ich an Weihnachten den Jungs überbringen kann:-)

Alles Liebe.
Namasté Christine
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Am Samstag den 10.12.2011 fand nun das erste Charity-Event für unser Projekt Asyl für Yoga stattund sagenhafte 1.267 Euro sind das Ergebnis…Wow!…

Mein Dank geht an Euch,
die Ihr mit Leib und Seele direkt vor Ort dabei wart, mitgeholfen habt
oder uns auch aus der Ferne finanziell und mit guten Gedanken unterstützt habt.

Wir können wirklich was bewegen, das hat der Samstag klar gezeigt. Die Energie und der persönliche Einsatz für die Sache war für mich in jedem Winkel des Raumes spürbar:-) und hat uns sehr berührt.

Zum Schutz der Jugendlichen wird kein Foto veröffentlicht, ich sende es Euch aber sehr gerne auf Anfrag per Mail und nur zum persönlichen Gebrauch.

Die Anlage zum Glück: Was aus dem Geld geworden ist und was sonst noch so passiert ist, findest Du Anlage zum Glück
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Eine Herzensangelegenheit nimmt Schritt für Schritt Gestalt an:

1. Schritt März 2011:
Während dieses Atemseminars hat Stephanie, eine Teilnehmerin, die jugendliche Flüchtlinge in einer Wohngruppe betreut, plötzlich gesagt: „das wäre doch auch was für meine Jungs!“… und so fing alles an.

2. Schritt Juni 2011:
Am 29. Juni 2011 war es dann soweit, meine erste Probestunde für jugendliche Flüchtlinge
im Alter zwischen 14.-18. Jahren fand mit freundlicher Unterstützung des Jugendamts in deren Räumen in der Prielmaierstraße am Hauptbahnhof statt.

Für mich persönlich ein sehr bewegendes Erlebnis mit wieviel Feingefühl und Offenheit die Jugendlichen sich dem Yoga und mir geöffnet haben, auch wenn sie aus einer anderen Welt mit anderem Frauenbild und religiösen Hintergründen kommen. Somit mein Statement dazu:

Yoga ist für alle da und er stellt eine direkte Verbindung zum Herzen her.

3. Schritt Oktober 2011:
Ein weiterer großer Schritt ist, dass der Jugendhilfeverbund JustM nun für 3 Jungs die Teilnahme für die Maßnahme Mental Coaching & Yoga bewilligt hat und sie einen meiner Kurse besuchen dürfen. Die Freude bei den Jugendlichen darüber war und ist riesengroß.

4. Schritt Dezember 2011:
Samstag 10.12.2011 Charity-Event: Asyl für Yoga. Spendenaktion für das Haus in Trudering, wo 7 Jugendliche-im-laufenden-Asylverfahren im vollbetreuten Wohnen, leben. 90 Minuten „multikulturelles & integratives“ Yoga und dann Verspeisung der somalischen Teigtaschen, die die Jugendlichen am Vortag stundenlang vorbereitet hatten. Danke Stef, für Dein großes Herz, Deinen unermüdlichen Einsatz für die Jungs und den Glauben an dieses Projekt. Danke Wolfy, dass wir dazu bei Dir in der Yogerei sein durften und den Spezialpreis für den Raum!
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Hintergrund:
Mit all den Gefühlen, die durch eine teilweise jahrelange Flucht aus dem Heimatland und der Ungewissheit in der Fremde einhergehen, sind die Kinder/Jugendlichen trotz guter Betreuung
auf sich alleine gestellt. Um Asyl bitten, eine fremde Sprache lernen, der Kulturschock, das Gefühl
des Entwurzelt-seins, die Trennung von Familie und Freunden, Angst vor der drohenden Abschiebung oder lange Wartezeiten für Therapie (wenn überhaupt), sowie die Abhängigkeit auf das Wohlgesonnen-sein eines fremden Landes sind für uns, die wir in Freiheit leben und den Überfluss genießen sowieso schwer nachvollziehbar. Diese Gefühle der Ohnmacht in so jungen Lebensjahren, äußern sich oft in Ängsten, Zweifeln, Kontakt-schwierigkeiten, Hoffnungslosigkeit und auch Wut.

Umso mehr zeigt sich, dass unsere Form der Freiheit und Lebensart, nicht überall auf der Erde
für alle gleich ist. Und auch wenn wir hier bei uns Gesetzte/Rechte haben, so heißt dass noch lange nicht, das es im Miteinander gelebt wird, dass die Würde des Menschen unantastbar ist…

Es ist für jeden von uns möglich, einen Teil für eine friedlichere Welt beizutragen. Schon alleine durch die Auseinandersetzung mit uns Selbst, Selbstliebe und eigene innere Zufriedenheit tragen wir Gutes in die Welt. Der Weg, die Dinge, Menschen und deren Machenschaften kritisch zu hinterfragen, genau hinzusehen und sich einzusetzen, ist garnicht so schwierig, wie wir oft auch nur aus eigener Bequemlichkeit heraus, glauben!

Auch Du kannst etwas tun!
Da die Aufwendung für das tägliche Leben mit ca. 70 Euro pro Monat abgegolten sind, steht den Jugendlichen sonst keine weitere Unterstützung wie Kleidungszuschuss oder sonstiges zur Verfügung, wie z.B. Sozialhilfeempfängern. Alle Kosten z.B auch für anwaltliche Unterstützung wegen des laufenden Asylverfahrens, nötige Arzneimittel, Schulmaterial, Kleidung und zum Teil auch die Kosten für Fahrkarte müssen davon bezahlt werden.

Das, was für uns so selbstverständlich ist, wie ein Buch oder Stifte kaufen, ein Besuch im Kino, neue Turnschuhe, ins Schwimmbad gehen, oder einen Besuch im Zoo ist für diese jungen Menschen fast unerreichbar. Aber auch Hilfe bei Alltäglichem, z.B. Begleitung bei einem Amtsbesuch, Lesen üben, Nachhilfe geben, Fußballspielen oder statt 2 Kinder einfach noch eines mehr zum Ausflug ins Auto packen,…es gibt so viele Möglichkeiten.

Wenn Du also Lust hast, Dich persönlich einzubringen, jemandem finanziell zu unterstützen oder auch mit einem der Jugendlichen einfach nur so in Kontakt zu gehen um eine Art „Patenschaft“ zu übernehmen, melde Dich bei mir unter info@yoga-rebhan.de
Freude bereiten ist so einfach und tut uns allen so gut.

Ich persönlich sorge dafür, dass Deine Spende/Einsatz auch direkt beim Jugendlichen ankommt.

ein herzliches Namasté
Eure Christine